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| Aus der Zeitschrift "Wassersport", 1911 |
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![]() 12 mR Davo II, Foto von 1911 |
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| Vor wenigen Tagen ist die neue Ausgabe von Lloyds Yacht-Register für das Jahr 1911 erschienen. Dieses für alle Interessenten des Yachtsegelns unentbehrliche Nachschlagewerk, das mit bewundernswerter, stets gleichbleibender Sorgfalt bearbeitet ist, enthält eine solche Fülle des Brauchbaren und Wissenswerten, dass man dem Herausgeber nur die vollste Anerkennung zollen muss, um so mehr als er ganz sicher keinen irgendwie nennenswerten Geldgewinn dadurch erzielt. Unter den zahlreichen statistischen Zusammenstellungen dürfte besonders interessieren, dass die Anzahl der im Register enthaltenen Yachten sich auf 7.503 mit einem Tonnengehalt von 366.856 Tonnen beziffert (gegen 7.499 Yachten mit 374.925 Tonnen im Vorjahre). Die Zahl der reinen Segelyachten hat etwas abgenommen, denn sie beträgt 5.025 mit 85.950 Tonnen gegen 5.119 mit 91.091 Tonnen im Jahre 1910. Dagegen hat die Zahl der Dampf- und Motoryachten einen Fortschritt gemacht, denn sie beziffert sich jetzt auf 2.478 mit 280.906 Tonnen gegen 2.380 mit 283.834 Tonnen 1910. Von besonderem Interesse ist aber das Anwachsen der neuen internationalen R-Yachten-Flotte, das aus der umstehenden Tabelle genauer ersichtlich ist. Sie zeigt das überraschende Ergebnis, dass zurzeit nicht weniger als 530 R-Yachten vorhanden sind, von denen 164 unter deutscher Flagge stehen, so dass Deutschland, was die absolute Zahl anbetrifft, weitaus an erster Stelle steht und das ihm am meisten nahe kommende England doch noch ganz erheblich überflügelt hat. Freilich behauptet England in den größeren Klassen immer noch den Vorrang, aber von 10 m abwärts marschiert Deutschland überall weit voran. Das ist insofern bemerkenswert als daraus der feste Wille der deutschen Seglerwelt ersichtlich ist, sich durch keinerlei unrationelle Seitensprünge von dem Ausbau seiner Rennyacht-Flotte abbringen zu lassen, sondern alle sportlichen Kräfte in der international verabredeten Richtung geltend zu machen bestrebt ist. Jedenfalls ist auch daraus ersichtlich, dass die Pflege unserer beiden Nebenklassen, der Sonderklasse und der nationalen Jollenklasse, dem Ausbau unserer internationalen R-Flotte keinen Schaden zugefügt hat. Das Ergebnis dieser nüchternen Zahlen-Aufstellung hat anscheinend in England einen sehr niederdrückenden Einfluss ausgeübt. Man gesteht sich ein, dass man kostbare Zeit versäumt hat, dass man nicht genügend straff genug den Ausbau des Regattawesens betrieben hat, und dass es lebhafter Anstrengungen bedürfen wird, um den deutschen Vorsprung wieder wettzumachen. Man verhehlt sich offenbar nicht, dass das Wachstum der deutschen Rennyachtflotte gerade in den kleineren Klassen unter 10 m, welche die Domäne der Herrensegler bilden, unendlich viel mehr sportlichen Wert besitzt, als die Unterhaltung der 23- oder 19 m-Klasse, in welcher der Amateur nichts, der berufsmäßige Yachtsegler alles bedeutet. Die nordischen Nationen haben sich in ähnlicher Weise betätigt und auch bei ihnen befindet sich der Herren-Segelsport in einem ähnlich blühenden Zustand wie in Deutschland. Nur durch die ständige Pflege des Herrensegelns in kleinen Yachten lässt sich der Segelsport auf die Dauer erhalten; solange der bezahlte Mann in der Kleinsegelei nur eine ganz bescheidene Rolle spielt, solange wird auch der Segelsport niemals Mangel an Nachwuchs und unternehmungslustiger Jugend haben. |
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